Zur Geschichte des Arbeitskreises Gemeindepädagogik e. V.

Der aus der Berufsbilddiskussion zu Beginn der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts stammende Begriff „Gemeindepädagogik“ wurde zunächst in den sogenannten „dritten Fachbereichen“ der neugegründeten Evangelischen Fachhochschulen aufgegriffen und unterschiedlich entfaltet. Die Konferenz der „theologisch-pädagogischen Fachbereiche“ hat sich um Begriffsklärung bemüht und darauf geachtet, dass Gemeindepädagogik nicht nur als Berufstheorie der Gemeindepädagoginnen und –pädagogen, sondern auch als Dimension kirchlichen Handelns verstanden wird.

Einige Mitglieder dieser Konferenz (W.-E. Failing, G. Buttler; K. Foitzik)  haben sich deshalb 1990 mit interessierten universitären Vertretern (H.Schröer; A. Feige) und einem Vertreter kirchlicher Institute (R. Degen) zusammengesetzt und überlegt, wie die wissenschaftliche Diskussion der Gemeindepädagogik auf breitere Basis gestellt werden könne. Die Arbeitsgruppe schlug die Durchführung eines gemeindepädagogischen Symposiums 1991 in Ludwigshafen und die Gründung eines gemeindepädagogischen Arbeitskreises vor.  

Der Begriff „Symposium“ war bewusst gewählt. Zielführend war die Vorstellung eines offenen runden Tisches für das wissenschaftliche und praxisorientierte Gespräch zum Themenbereich Gemeindepädagogik.  An diesen Tisch sollten Theoretiker und Praktiker und immer auch impulsgebende Vertreterinnen und Vertreter anderer wissenschaftlicher Disziplinen (Pädagogik, Psychologie, Soziologie etc.) Platz finden.

Die am Symposium in Ludwigshafen Beteiligten haben der Gründung eines eingetragenen Vereins „Arbeitskreis Gemeindepädagogik“ zugestimmt und vereinbart, dass nicht nur - wie in vergleichbaren anderen wissenschaftlichen Arbeitskreisen üblich – mit Gemeindepädagogik befasste Professorinnen und Professoren Mitglied werden können, sondern auch Mitarbeitende an Akademien und Fortbildungsinstituten, Praktikerinnen und Praktiker aus gemeindepädagogischen Handlungsfeldern und für diese Verantwortliche in  Kirchenleitungen und kirchlichen Instituten.

Zum ersten Vorsitzenden des „Arbeitskreises Gemeindepädagogik“ wurde 1991 in Ludwigshafen W.-E.Failing (Darmstadt) gewählt.

Der Arbeitskreis lädt regelmäßig zu gemeindepädagogischen Symposien ein. Er veranstaltet Fachgespräche und bildet eine Plattform für Information und Kommunikation. Mit seiner Arbeit und besonders mit den inzwischen elf Symposien hat er die „zweite Phase“ der Gemeindepädagogik entscheidend mitgeprägt.

Autor: Prof. Dr. Karl Foitzik

Frühere Vorsitzende

Prof. Dr. Eckart Failing, Darmstadt
Dr. Hanna Kasparick, Wittenberg
Prof. Dr. Peter Bubmann, Erlangen
Prof. Dr. Karl Foitzik, Neuendettelsau
Prof. Dr. Goetz Doyé, Berlin

Vgl. Roland Degen, Art. „Arbeitskreis Gemeindepädagogik e. V.“, in: Lexikon der Religionspädagogik (LexRP), Bd. 1, Neukirchen-Vluyn 2001, Sp. 64